Neu gegründetes Pflege-Netzwerk will dazu beitragen, dass Patienten nach der Krankenhaus-Entlassung nicht sofort im Altenheim landen. Verbund gehören zwölf der 18 Ambulanten Dienste an.

Die Konkurrenz unter den Ambulanten Pflegediensten ist groß. Mit harten Bandagen wird vielerorts um jeden Patienten gerungen. In Castrop-Rauxel sind es 18 Unternehmen, die 1 000 Menschen betreuen. Bemerkenswert, dass die meisten Mitbewerber jetzt zu Partnern werden.

"Wir wollen kooperieren. Denn gemeinsam kann jeder von uns stärker sein", sagt Ralf Sprave. Mit seinem Frohlinder Pflegebüro zählt er zu den zwölf Ambulanten Diensten, die den Pflegeverbund Castrop-Rauxel gegründet haben.
Den Impuls gab Hans-Werner Diel. Stets darauf bedacht, Akteure aus einer Branche an einen Tisch zu bringen, hatte der Wirtschaftsförderer die Pflegedienste Anfang 2007 zu einer Gesprächsrunde gebeten. Es sollte noch ein Jahr dauern, bis das Netzwerk am 23. Januar geknüpft wurde.
"Zusammen wollen wir dokumentieren, wie leistungsstark und qualifiziert unsere Branche ist", kündigt Martina Bölling-Rosenberger, mit Ralf Sprave Sprecher des Verbundes, an. Marketing aus einer Hand, gemeinsame Aus- und Fortbildung, öffentliche Info-Veranstaltungen (die erste Mitte des Jahres im Bürgerhaus), vielleicht auch eine eigene Telefonzentrale, in der Anrufer alles regeln können, was bei einer Pflegebedürftigkeit zu regeln ist: Jede Firma bleibt autark, profitiert als Teil des Netzwerkes aber vom Mit- statt Gegeneinander.
Ein hoher Nutzwert soll auch für die Bürgerinnen und Bürger als potenzielle Kunden geschaffen werden. Dabei blickt der Verbund anfangs auf die Krankenhäuser; genauer: auf deren "Entlassmanagement". Sprave: "Die Kliniken müssen ihre Patienten aus Kostengründen so schnell wie möglich los werden. Allzu häufig landen die Menschen direkt im Altenheim, weil den Angehörige kaum Zeit bleibt, die Versorgung daheim ausreichend vorzubereiten."
Dieser Missstand solle im Laufe des Jahres beseitigt werden. Das Netzwerk will - auch in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten, Apothekern und Sanitätshäusern - dafür sorgen, dass die häusliche Pflege Vorrang vor der Heimunterbringung erhält. Sprave: "Michael Greef als Vorsitzender des Ärztevereins hat uns dabei bereits seine Unterstützung zugesagt."
Pflegeverbund
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Castrop-Rauxel, 11.02.2008, Von Jürgen Stahl
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